Verstecken


Seitdem der erste Mensch die Augen auftat und erkannte,

dass er nackt sei,

trug er Sorge,

sich selbst vor den Blicken seines Schöpfers zu verhüllen.

Das Bestreben,

sich zu verstecken,

ist also so alt wie die Menschheit.

© Torquato Accetto

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Weg


Viele Wege geh’n durch den Wald,
wer nicht Bescheid weiß, verirrt sich bald;
viele Wege auch durchs Leben geh’n –
mußt immer den dir auserseh’n,
ob mancher auch sonst dich locken möchte,
von dem das Herz sagt: das ist der rechte!

© Johannes Trojan

Abendfrieden


Sonne, die nun scheiden muß,
Gieb mir deinen letzten Kuß!
Wie der See im Abendhauch
Ruht mein Herz im Busen auch.
Sonne, die nun scheiden muß,
Süß‘ Erinnern bringt dein Kuß!
Vogelsang und Windesweh’n
Mir um meine Seele geh’n;
Rosenwolken überm Thal,
Grüßt mein Lieb viel tausendmal!
Vogelsang und Windeshauch,
Weht um ihre Seele auch!
Müde Augen fallet zu!
Fried‘ ist alles, alles Ruh‘
Selig durch die stille Brust
Zieht ein Nachklang reinster Lust –
Müde Augen fallet zu,
Und mein Traum, o Lieb‘, bist du!

© Otto Alexander Banck