Einsamkeit


Allein sitzend, allein ruhend
allein umhergehend,
frei von Trägheit;
wer tiefe Einsicht in die Wurzeln des Leidens hat,
genießt großen Frieden,
wenn er in Einsamkeit weilt.

© Gautama Buddha

Advertisements

Mein Leben…


Gestern sah ich eine Werbung. Mutter kommt heim, sieht ihren Mann im Garten zu, wie er die Wäsche aufhängt u.s.w.

Ich saß da und überlegte wie ich es schaffte. Ich hatte Jahre dabei, da hatte ich 3 Jobs (Hausbau-Schulden), 3 Kinder und einen Ehemann unter einen Hut zu bringen. Früh um 3 Uhr aufgestanden, Zeitung ausgetragen, heimgekommen, Kinder geweckt, Frühstück, zur Schule bzw. Kindergarten gebracht, in die Arbeit (in einer Praxis als Arzthelferin gearbeitet)…danach Kinder abholen, Hausaufgaben mit ihnen gemacht, gespielt, zu verschiedenen Terminen gefahren, u.s.w. nebenbei noch Wäsche gewaschen,bügeln, kochen, putzen, und dann abends zur Arbeit (Beraterin für Tupperware), heimgekommen, Küche aufgeräumt und dann ins Bett. Irgendwann hatte ich dann die Tätigkeit als Tupperberaterin aufgegeben, nach 10 Jahren, weil mir 3 Jobs doch zuviel wurden. Wie ich überhaupt das alles geschafft habe, ich weiß es schon gar nicht mehr. Und mein Ehemann? Naja, er ging früh in die Arbeit, kam spätnachmittags heim, und dann?? Er kochte, er brachte die Kinder abends ins Bett, wenn ich nicht da war, und ich musste hinter ihm aufräumen, wenn ich abends nach der Vorführung heimkam. Viele Jahre sah ich manches nicht, ich ging halt meiner Arbeit nach…war Mutter, Hausfrau, Putzfrau, und noch vieles mehr und zum Schluss kam „ICH“…Wie heißt es immer so schön: Ich führte ein kleines Familienunternehmen!

Wie schaffte ich das? Für mich immer noch ein Rätsel…aber organisieren war schon immer meins „grins“

Und jetzt? Ich hab schon lange kein Haus mehr, einen Ehemann auch nicht, bin nach München umgezogen, nur noch eine Tochter wohnt bei mir. Okay, mein Sohn braucht noch ab und zu meine Unterstützung, aber langsam bekommt er sein Leben auch alleine in den Griff.

Ich bin erneut arbeitslos, weil es einfach nicht gepasst hat, vielleicht hab ich zu schnell diese Arbeit angenommen, wollte halt nicht arbeitslos sein. Ich merkte aber schon sehr früh, dass sie nicht zu mir passte. Und jetzt such ich erneut, aber es wird immer schwieriger…bin 50, werde 51, hab in den letzten 12 Monaten 3 neue Jobs angenommen, nicht gerade ein toller Lebenslauf, die einen sehen es als flexible an, andere sehen es eher negativ. Was soll ich sagen? Es ist halt so wie es ist, und ich muss hoffen, einen Arbeitgeber zu finden, der es positiv sieht, meinen Lebenslauf.

~~ stellina ~~

Freude


Das Denken kreist immer um die Vergangenheit oder Zukunft.
Die Freude spüre ich in der Gegenwart,
und sie macht mich selber gegenwärtig.
In der Freude komme ich mit mir selbst in Berührung.
Im Denken bin ich immer von mir selbst entfernt.
Die Freude bringt mich in die Nähe zu mir selbst
und in die Nähe zum gegenwärtigen Augenblick.

© Anselm Grün

Es kommt alles noch herrlicher wieder


Man muss nie verzweifeln,
wenn einem etwas verloren geht,
ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück;
es kommt alles noch herrlicher wieder.
Was abfallen muss, fällt ab;
was zu uns gehört, bleibt bei uns,
denn es geht alles nach Gesetzen vor sich,
die größer als unsere Einsicht sind
und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen.
Man muss in sich selber leben
und an das ganze Leben denken,
an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte,
denen gegenüber
es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt.

© Rainer Maria Rilke